Catacaos

Hola,

als wir gestern auf dem Weg ins Hotel noch ein paar Besorgungen machen wollten, wurde uns mitgeteilt, dass wir Opfer einer weiteren Gefahr in Peru geworden sind. Unseren 20-Soles-Schein wollte die Verkaeuferin nicht annehmen, weil er falsch war. Nun bin ich stolzer Besitzer einer Bluete, die taeuschend echt aussieht. Nur wenn man ganz genau hinsieht oder wie Verkaeuferinnen einen geschulten Blick hat, erkennt man den Unterschied. Aber wo sonst als in Piura sollte uns das passieren.
Aufgrund bedenklicher Sicherheit haben wir auf unserem heutigen Ausflug auch keine Fotoapparate mitgenommen. Wir sind heute in das 10 Kilometer entfernte Oertchen Catacaos gefahren. Die Hinfahrt brach wieder alle Rekorde. Wir sind noch nie mit einem Colectivo gefahren, der einen so schlechten Zustand hatte. Nicht nur durch die Fenster konnte man die Strasse sehen, sondern auch durch den Radkasten und ein paar andere Stellen in der Karosserie. Dafuer bezahlt man eben nur ein Zehntel des Taxipreises. Wenn der Motor und (vielleicht) die Bremsen funktionieren, dann reicht das ja. 😉
Catacaos soll die Stadt sein, wo es die schoensten Strohhuete Perus gibt. Es liegt vielleicht daran, dass es die einzigen sind, die ich bisher in Peru gesehen habe. Denn soo toll waren sie auch nicht. Ich habe (eher aus Spass) ein paar anprobiert und es dann doch sein gelassen. Irgendwie habe ich kein Hutgesicht. Ansonsten gibt es dort noch einen grossen Markt, auf dem jeder das gleiche anbietet. Holz-Geschirr, Kruege und sonstige Kleinartikel wie Ketten, Anhaenger, … . Erstaunlich oft gibt es aber auch sehr obszoene Dinge zu kaufen, wie ueberdimensionierte Geschlechtsteile aus Holz, Keramik und Plaste sowie Keramikfiguren intimer Paerchen. Naja, wems gefaellt. Vielleicht soll an die alte Inka-Kultur erinnert werden, die ebenfalls solche Keramik produzierte.
Ansonsten gibt es in Catacaos eine sehr schoene Kirche, die von aussen fast ausschliesslich gruen und von innen sehr ansehnlich ausgestaltet ist. Fast gruselig wirken die sehr authentischen Darstellungen des gekreuzigten Jesu aus Holz.
Direkt vor der Kirche ist die aehnlich wie in Piura gestaltete Plaza de Armas, auf der wir kurz vor zwoelf ein weiteres Mal auf die Sonne gewartet haben. Dieses Mal war der Himmel punkt zwoelf noch bedeckt. Aber eine halbe Stunde spaeter riss der Himmel wieder zu einem strahlenden blau auf. Die Verzoegerung liegt vielleicht an den Kilometern, die wir suedlich gefahren sind. Als wir auf der Plaza de Armas sassen und Karten spielten, standen ein paar Kinder um uns herum, die scheinbar noch nie Karten gesehen hatten und beobachteten uns. Ausserdem trieb sich noch ein reudiger Hund herum, den ein Einheimischer uns gegenueber mit „Perro de muerte“ (Hund des Todes) bezeichnete. Aber so sah er nunmal aus.
Die Rueckfahrt war wieder typisch peruanisch: Gasgeben, Hupen, ploetzlich anhalten. 😉
Gerade eben haben wir noch ein Bild von einem Geschaeft gemacht, welches „Karoline“ hiess. Ich frage mich doch, wieso die Peruaner den Namen meiner Schwester nie aussprechen oder schreiben koennen, wenn sie sogar Klamottengeschaefte danach benennen.
Heute sitzen wir in einem Internet-Café, welches total abgeschottete Kabinen hat und eiskalt klimatisiert ist. Naja, wenigstens haben wir ueberhaupt eins gefunden. Hier sind sie nicht so haeufig wie bspw. in Huaraz.
In Trujillo habe ich mich sofort unwohl gefuehlt und spaeter gedacht, dass wir vielleicht doch haetten laenger bleiben sollen. In Piura ist es umgekehrt. Trotzdem sie eine junge, dynamische Universitaetsstadt sein soll, kann man hier nicht allzuviel machen. Naja, morgen fahren wir ja dann in einen Ort wo man zumindest eine Sache machen kann: Erholen. Aber wer mich kennt weiss, dass ich auch nicht den ganzen Tag nur faulenzen kann. So habe ich schon verschiedene Moeglichkeiten erspaeht, aktiv zu werden. Schau mer mal.

In diesem Sinne: hasta mañana,

Matthias

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