Cumbemayo

Hola,

wieso kommt mein Blog erst so spaet? Nun es liegt einfach an der Unfaehigkeit mancher Internet-Cafè-Betreiber hier. Den Worten koennt ihr entnehmen, dass ich stinkesauer bin, dass mein schoener Blog von gestern, in den ich so viel Liebe gesteckt und der mir so gut gefallen hat, von dem Betreiber einfach geloescht wurde. Nun gut, ich versuche wieder einmal eine Rekonstruktion:
Nachdem ich von einigen erfahren habe, dass sie sich jeden Morgen ihre Portion Peru auf dieser Seite goennen, wuerde mich doch mal interessieren, wer denn noch so alles mitliest. Wer haette gedacht, dass das Gaestebuch dafuer eine ideale Moeglichkeit bietet? 😉 Auch freue ich mich ueber Feedback, z.B. falls Fragen offen geblieben sind.
Ich darf annehmen, dass keine Frage offen bleibt, wenn ich sage, dass ich gestern meinen schoenen Blog mit einem Magen voller Tiramisù geschrieben habe. Ja, wir waren wieder im „Oasis“ und das Essen war wieder ein Traum.
Ein Traum war auch unser gestriger Ausflug nach Cumbemayo. Aus dem Reisefuehrer konnte man aus einem kleinen Absatz erfahren, dass uns hier eine interessante Felsenlandschaft und ein paar praeinkaische (komisches Wort!) Hinterlassenschaften erwarten wuerden. Wer Preu kennt, weiss, dass wenn eine Fahrt halb zehn beginnen soll, die letzten gegen zehn Uhr eintreffen und man halb elf losfaehrt. Und so stieg puenktlich um halb elf unser Guide ein, von dem man nur sagen konnte: „Er wusste zuviel!“ Wir nahmen auch die Tatsache hin, dass er uns mit seinem fuer diesen kleinen Bus viel zu lautem Organ kaum eine Gelegenheit gab, „Entiendo“ (ich verstehe) zu sagen. Er sprach einfach viel zu schnell.
Wir hielten noch einmal auf dem Weg ins 20 km entfernte Cumbemayo an, um einen wunderschoenen Blick ueber Cajamarca zu geniessen. Wir waren noch nicht allzu hoch, sodass wir die einzelnen schoenen Kirchen und Plaetze sehr gut sehen konnten. (Etwa wie der Blick mit den beiden „Wahnis“ Oli und Alex ueber Cusco vom Plaza San Martin 😉 ) Nach ein paar weiteren Kilometern habe ich mich auf einmal unheimlich heimisch gefuehlt. Da tauchten doch auf einmal Steinsaeulen auf, die aussahen wie die Gipfel der saechsischen Schweiz. Zwar war es kein Sandstein, sondern vulkanischer Herkunft, aber verblueffend aehnlich waren sie schon. Und nach kurzer Zeit hatte ich ein erstaunliches Dejavù: Der Lilienstein war zu sehen (naja so fast eben 😉 ).
Wir sind dann ausgestiegen und durch dieses „Gebiet der Steine“ gegangen, die wie hingeworfen aussahen. Hier und da konnte man ein bischen im bouldern und vor allem konnte man immer wieder schoene Motive zum fotografieren entdecken.
Nach einer Stunde erreichten wir das ominoese Bauwerk vergangener Zeiten: Ein Kanal, der auf einmal den Weg begleitete. Das interessante war die technische Meisterleistung. Nicht nur exakte Steinmetzarbeit, sondern vor allem die physikalischen Ueberlegungen bezueglich Hydraulik und Verringerung der Fliessgeschwindigkeit durch rechtwinklige Ecken. Die Rueckfahrt war durch ein typisches Ereignis peruanischer Problemloesung gekennzeichnet:
In Peru hat derjenige Vorfahrt, der zuerst hupt oder wer das groessere Auto faehrt (bekannt!). Am Hang faehrt der von untenkommende zuerst. Eigentlich! Was ist nun aber, wenn zwei Autos von oben und eins von unten kommen und weit und breit keine Ausweichstelle zu sehen ist? Na klar: Unter lautem Gehupe wird das von unten kommende Fahrzeug einfach runtergeschoben. Womit die Fahrer nicht gerechnet hatten: Es koennte beim Herunterschieben ja was kaputt gegangen sein. Also steigen beide Fahrer aus und diskutieren die Situation und die Schaeden und beachten selbstverstaendlich nicht, dass sie das Ausgangsproblem der Blockade nicht geloest haben …. Unser Fahrer (wir waren das zweite Auto), der aussah und sprach wie Bruce Willis kommentierte die Situation, so dass der ganze Bus gut unterhalten war ….
Dass die Fahrt 5 statt 3-4 Stunden dauerte, stoerte uns dann auch nicht mehr.

In diesem Sinne: hasta manana (gleich),

Matthias

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