Piura

Hola,

nachdem ich gestern meinen Blog geschrieben habe und wir aus dem Café gegangen sind hat es prompt angefangen, richtig doll zu regnen. Eine willkommene Abwechslung, die den Einheimischen aber alles andere als recht war. Nun war also das Programm, die Zeit totzuschlagen. Wovon wir uns natuerlich verabschieden wollten, war das Oasis. Diesmal hatte ich einen ausserordentlich leckeren Schokokuchen. Danach haben wir in der Kirche San Francisco ein recht interessantes Museum ueber Religionsgeschichte der Region angesehen und wurden dabei von einer ganz reizenden alten Dame begleitet, die sich die groesste Muehe gegeben hat, uns alles verstaendlich zu machen. Findet man selten!
Als wir dann unser Gepaeck zum Bus geschafft hatten, hatten wir immernoch 4 Stunden zu ueberbruecken. Nach einem Besuch im Internet-Café haben wir uns dann schnellentschlossen in die Naechste Polleria (pollo=Huhn) gesetzt. Endlich wurde mir wieder Bier in der richtigen Groesse serviert. Wie immer im Sueden mit den beiden Wahnis, habe ich 620ml statt der sonst 296ml bekommen. 😉
Dann kamen etwa halb zehn zwei kleine Jungs vorbei, die uns Bonbons verkaufen wollten. Nach kurzem ueberlegen habe ich sie dann an den Tisch geholt und ihnen eine Portion Pommes bestellt. Es tut einem immer wieder leid, wenn man diese kleinen Kinder so spaet noch arbeiten sieht. So haben sie wenigstens eine warme Mahlzeit gehabt. Eine Gabel hatten sie scheinbar noch nie gesehen. Sie waren zwar zunaechst etwas skeptisch und haben den „grossen“ weissen baertigen Mann mit grossen Augen angeschaut, waren aber sehr dankbar ueber diese fuer uns sehr kleine Gabe.
Die Busfahrt war eigentlich sehr angenehm. Nur mussten wir 5:00 in einen anderen Bus umsteigen, weil es eine direkte Fahrt nicht gab. So haben wir immerhin 20 Minuten in Chiclayo verbracht.
Die Ankunft in Piura war eine sehr herbe Enttaeuschung. Das Wetter: wie in Lima, Trujillo und sonst ueber all an der Pazifikkueste. Dabei hatten uns alle Leute von grosser Hitze in Piura erzaehlt. Ich bin also zu einem Mitarbeiter dort gegangen und habe ihn gefragt, ob das Wetter hier jeden Tag so „sch…oen“ ist. Ich kam mir ziemlich verarscht vor als er sagte, dass es um zwoelf sehr heiss werden wuerde. Naja. Dann haben wir uns von einem Taxifahrer verarschen lassen, der von der Busstation bis zum Hotel (Luftlinie keine 500m und gleiche Strasse!) 3 Soles wollte. Im morgendlichen Trott und durch seinen kleinen Umweg abgelenkt glaubte ich ihm einfach. Im nachhinein ist er aber nicht auf 2 runtergegangen, als ich ihm erklaerte, dass es nun wirklich nicht weit gewesen sei. Im Hotel haben wir dann das Schlafdefizit der Nachtfahrt ueberwunden und auf besseres Wetter gewartet. So gegen elf sind wir in Richtung Plaza de Armas aufgebrochen und nachdem wir uns Informationen zur Stadt und Umgebung eingeholt hatten, war es um zwoelf. Und ihr moegt es vielleicht nicht glauben, aber ich war so beeindruckt, wie punkt zwoelf der Nebel innerhalb weniger Minuten verschwand und die Sonne auf uns niederprasselte. Dieses Wetterschauspiel, welches durch das Zusammentreffen des kalten Humboldtstroms mit dem warmen El Niño entsteht, hat den Tag wieder richtig schoen werden lassen. Wir haben dann noch ein paar Besorgungen gemacht und uns die Stadt angeschaut. Dabei haben wir festgestellt, dass in dieser Stadt scheinbar schnell Rucksaecke geklaut werden. Als wir so auf einer Bank sassen, versuchten uns zwei Typen von zwei Seiten abzulenken, um uns die Rucksaecke wegzunehmen. Durch unsere gesunde Paranoia geschuetzt hatten sie aber wenig Erfolg. Auch nachdem wir das staedtische Museum besucht hatten, wiesen uns zwei nette Frauen daraufhin, dass man hier die Rucksaecke am besten vorne traegt. Das Museum war eigentlich sehr interessant, doch es ist inzwischen sehr anstrengend geworden, Museen anzuschauen, weil man meisstens auf mehreren Etagen NUR Kruege und Keramik aus verschiedenen Epochen bewundern kann. Keramik-Fetischisten kommen in Nordperu richtig auf ihre Kosten. Auf dem Weg vom Hotel hierher (mal ueber einen Kilometer kein Internet-Cafè!) liefen einige ziemlich komisch Typen herum, die staendig irgendwas riefen. Einige wollten uns lautstark und direkt vor der Polizeistation dazu verlocken, Marihuana von ihnen zu kaufen. Echt schlimm. Nachdem wir morgen einen sehenswerten (so hoffe ich doch) Nachbarort besuchen werden, werden wir uebermorgen nach Màncora fahren, ein absolutes Paradies am Pazifik. Leider ist mir die deutsche Literatur ausgegangen und ich kann hier nirgends wenigstens englische Literatur kaufen. Alle wollen mir entweder Woerterbuecher (englische „Literatur“!) oder einen Bildband in englisch und spanisch verkaufen.
So, aber jetzt werden wir erstmal was essen gehen. Hier gibt es einige kleine „Durchfall“-Restaurants, die sich anbieten. 😉

In diesem Sinne: hasta mañana,

Matthias

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