Schoenes Cajamarca

Hola,

zunaechst muss ich noch einen kleinen Nachtrag ueber eine Beobachtung machen, die ich gestern wiederholt gemacht habe: Mich beeindrucken immer wieder die Taeler, die sich an kleinen und grossen Fluessen in Richtung Cordillera Blanca erstrecken. Nach endlosen Kilometern auf der Panamericana durch staubtrockene Kuestenwueste (die Wahnis Oli und Alex werden sich erinnern) kommt immer wieder ein Fluss, der alles in eine traumhaft gruene langgezogene Oase verwandelt.
Heute passe ich fast gar nicht vor den Rechner, obwohl es hier mal nicht soo eng ist. Es liegt vielmehr daran, dass wir uns gerade so richtig vollgegessen haben und dem Tag mit LECKEREM Kuchen ein (grosses) Sahnehaeubchen aufgesetzt haben.
Wir haben uns heute den ganzen Tag Zeit genommen, Cajamarca zu erkunden und zu entdecken. Ein wirklich schoenes Staedtchen mit viel Historie. Dabei haben wir uns ganz an unseren Reisefuehrer gehalten, der wiedermal wie eine kleine Bibel unseren Tag begleitete.
Losgegangen sind wir an der sehr gepflegten und auch herrlich gestalteten Plaza de Armas. Wie in Cusco auch, gibt es hier wieder zwei monumentale Kirchen, die von aussen durch filigrane Steinmetzarbeit beeindrucken. Besichtigen konnten wir aber nur eine, da die andere geschlossen war. Diejenige, die offen war, war im Reisefuehrer als enttaeuschend beschrieben. Es hat sich wohl einiges im letzten Jahr getan. Sehr ansehnliche und dezent gehaltene, fast schon barrocke Architektur erwartete uns. Leider gibt es aehnlich wie das letzte Mal in Cusco viele Kinder und alte „Andenweiber“ in Cusco, die durch ihr aufdringliches Gebettel ziemlich anstrengend sind. Eine alte Frau ist uns in die Kirche gefolgt und klagte staendig, dass sie Hunger habe. Nachdem ich ihr einige Scheiben Brot gegeben habe, liess sie uns zwar in Ruhe, war aber nicht wirklich dankbar. Umso beeindruckender empfand ich die anerkennenden Gesten der sitzenden Menschen, welche die Szene beobachtet hatten. Danach sind wir zum Cuarto del Rescate gegangen. Dies ist ein kleines Haeuschen im Inca-Baustil. Es beinhaltete einst die Goldgeschenke, die der letzte Inca-Herrscher den Spaniern machte, um sich freizukaufen. Der ehemalige Inhalt an Gold wird auf 85 Mio. Euro geschaetzt; nicht inbegriffen die Kunstgegenstaende von unschaetzbarem Wert.
Nach einigen weiteren Kirchen und archaeologischen Museen sind wir auf einen Huegel gegangen, auf dem sich der Thron des letzten Inca-Herrschers befinden sollte. Nach einer architektonisch sehenswerten Treppe und einem huebschen Garten erreichten wir den „Gipfel“. So faszinierend der Blick ueber die Stadt auch war, den Thron konnten wir nur erahnen. Ein quaderfoermiger Stein markierte die vermeintliche Stelle. Dort oben waren wieder viele Kinder, die bettelten und Suessigkeiten verkaufen wollten. So leid einem die Kinder auch tun, sie koennen ganz schoen nervig sein. Erst ein bestimmtes „NO! Dejenos en paz!“ (Lass uns in Frieden) konnte sie zum weitergehen animieren.
Dort oben konnten wir ansonsten schoen die Sonne und den blauen Himmel geniessen und uns so richtig die Haut verbrennen. Ich glaube, dass ich noch nie brauner als jetzt in meinem Leben war und meine Nase war auch selten so rot. Bei unserem Zustand muesste man den Einheimischen vielleicht mal das Wort „Rothaut“ beibringen, dann wuerden sie nicht staendig „Gringo“ rufen. 😉
Ansonsten haben wir heute Abend so billig, so lecker und so viel wie nie gegessen. Karoline war heute, nachdem sie das erste Mal aufgegessen hat (!), sehr risikofreudig und hat ein Stueck Kuchen bestellt, von welchem die deutsche Uebersetzung unklar war. Sicher war nur dunkel und mit Pfirsichen. Eine Schoko-Pfirsich-Sahne-Torte stand dann da. Ich habe mir ganz konventionell ein Tiramisú bestellt und war dennoch ueberrascht ueber das Riesenstueck Tiramisú-Torte(!). Das muss ich zuhause unbedingt mal nachmachen und alle sind herzlich eingeladen. 😉
Morgen werden wir vormittag nach Cumbemayo fahren und Nachmittags die Ventanas de Otuzco besuchen; geheimnisvolle in Felsen gehauene Graeber vergangener Kulturen.
Ansonsten fuehlen wir uns weiterhin hier wohl.

In diesem Sinne: hasta manana,

Matthias

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