Gemeinsam im Norden

Hola,

nun, meine Euphorie bezüglich Chile hat sich nur geringfügig bis gar nicht geändert.
[inspic=46,left,gal,70] Wie angekündigt habe ich den nächsten Tag Arica gewidmet. Eine kleine, aber feine Stadt am Pazifik. Nach meinem Frühstück habe ich versucht, Bernardo, einen Freund eines Freundes per Handy zu erreichen. Leider trotz Hilfe der Hotelangestellten etwas erfolglos. Ich habe mich also alleine auf den Weg gemacht, den Hausberg von Arica zu besteigen und den Blick über die Stadt zu genießen. Früh um neun war die Stadt noch menschenleer und total ruhig.
Nach einer halben Stunde Fußweg konnte ich dann die Aussicht über die Stadt und das Tal in dem sie liegt genießen. Außerdem gibt es ein Museum zum Salpeterkrieg. Ein Krieg bei dem Chile 1880 die Peruaner und Bolivianer schlug, indem sie eben diesen Morro mit unvorstellbarer Brutalitaet erstürmten. Das Museum gleicht einer Waffenkammer und der Patriotismus ist nicht zu übersehen.
Wieder zurück in Arica, stellt man fest, dass es im Prinzip nicht so viele Sehenswürdigkeiten gibt. Eine Herausragende ist die zentrale Kirche vom Architekten Gustav Eiffel (ja genau dieser Eiffel!). Ganz im seinem Stil ist die Kirche eine Fertigbau-Eisenkonstruktion, welche wie ein Kartenhaus mit ganz dünnen Wänden wirkt.
Als ich im Hotel angekommen war, teilte man mir mit, dass Bernardo schon nach mir gesucht hat. Nach einem weiteren Anruf kam er dann zum Hotel und den restlichen Tag verbrachten wir gemeinsam.
Er zeigte mir ein Museum mit alter Kommunikationstechnik und lud mich zu leckerem Essen ein. Anschließend sind wir zum nahegelegenen Strand gefahren und ich bekam eine Einweisung ins Surfen. Sehr aufregend und für mich nicht nur eine Premiere auf dem Brett sondern auch im Pazifik. Nach dem ich dann das Prinzip verstanden hatte, gingen wir von kleinen Wellen zu großen Wellen über. Die Warnung vor der großen Stroemung meterhoher Wellen hatte ich in meiner Risikofreudigkeit etwas unterschätzt. Und so kam es, dass ich zwar schon mal länger auf einer Welle geritten bin, jedoch auch fast 10 Minuten gebraucht habe, um wieder aus dem Wasser zu kommen. Obwohl man dem Strand so nahe ist, wird man immer wieder ins Meer hineingezogen. So hätte ich das nach meinen Ost- und Nordseeerfahrungen nicht vermutet.
Am Abend sind wir noch gemeinsam in seine Baptisten-Kirche etwas außerhalb der Stadt gefahren. Interessant, einmal eine Gebetsstunde der anderen Art mitzuerleben. Etwas schwierig war danach, in Englisch und Spanisch die Überzeugungsversuche des Pfarrers und einiger Gemeindemitglieder zu dämpfen. Meine Ansichten zu Religion und Kirche waren ihnen nicht so ganz verständlich. Trotzdem eine interessante Diskussion nach einem einem sehr schönen Tag mit einem sehr netten Menschen (nochmal vielen Dank für den Kontakt, Konrad!)
[inspic=47,right,gal,70] Am nächsten Tag ging es dann schon 07.00 Uhr auf nach Putre. Man wir dann hier in einem 1000-Seelen-Aymara-Dorf rausgeworfen, in dem die Menschen abgesehen von einigen touristischen Dingen sehr urpsrünglich leben. Noch dazu ist dieses auf ca. 3500m gelegene Dorf umgeben von z.T. schneebedeckten Bergen. Eine traumhafte Kulisse.
[inspic=48,left,gal,70] Früh bei der Abfahrt habe ich noch zwei andere Deutsche getroffen, mit denen ich gemeinsam nach der Ankunft eine kleine Wanderung in die Umgebung gemacht habe. Am Nachmittag haben wir uns dann nach einer Agentur umgesehen, die Ausflüge in die Umgebung anbietet. Laut Reiseführer sollen die Preise hier deutlich günstiger sein. Der erste führte uns eine lange Praesentation seiner Touren vor und nannte uns dann exorbitante Preise. Wir suchten weiter und wurden fündig. Eine weitere Deutsche gesellte sich zu uns und wir konnten nicht zuletzt wegen ihres guten Spanisch einen sehr guten Preis aushandeln.
[inspic=49,right,gal,100] Am nächsten Tag ging es los in den Nationalpark Lauca, der sich direkt hinter Putre befindet. Ein traumhaftes Ressort zur Beobachtung von Tieren, Bergen und Lagunen. Einen ganzen Tag lang fuhren und wanderten wir durch dieses traumhafte Stückchen Erde. [inspic=50,left,gal,100]Ich kann es kaum in Worte fassen, wie mich unter anderem der Vulkan Parinacota und die zu Füßen liegende Laguna Chungaro beeindruckte. Deshalb müsst ihr leider auf die Fotos warten, die ich nächste Woche ergänzen möchte. Am Abend erholten wir uns dann noch in einer Therme unweit von Putre.
[inspic=51,right,gal,100] Heute habe ich mir die Mühe gemacht, die Wolken zu zählen und bin auf sensationelle Null gekommen. Strahlend blauer Himmel mit sehr starker Sonne. Zu zweit haben wir versucht, den Hausberg Putres zu besteigen. Das größte Problem dabei war die Überwindung des Flusses bzw. das Erreichen des Flussniveaus. Weit vom Weg abgekommen, verirrten wir uns in nicht ganz ungefährliches alpines Gelände und entschieden uns dann rechtzeitig umzukehren und die Expedition auf einen anderen Tag zu vertagen. Nun werde ich den restlichen Tag relaxen und in der Sonne lesen. Als guten Vorsatz habe ich mir immerhin ein Mathe-Skript mitgenommen. Schau mer mal …

Liebe Grüße, Matthias

Und wieder ein paar Daten:

El Morro (Arica)
S 18 28.828 W 70 19.499
130m

Putre
S 18 11.837 W 69 33.533
3554m

Wanderung in Putre – Wegpunkt 1
S 18 11.293 W 69 33.150
3710m

Wanderung in Putre – Wegpunkt 2
S 18 10.713 W 69 32.712
3836m

Ausflug in den Nationalpark Lauca

Wegpunkt 1
S 18 10.202 W 69 25.740
4398m

Wegpunkt 2
S 18 15.117 W 69 10.486
4466m

Wegpunkt 3
S 18 13.050 W 69 13.734
4537m

Parinacota (Dorf am gleichnamigen Vulkankegel)
S 18 12.119 W 69 16.099
4424m

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *