Interessant, lustig, anstrengend

Hi Ihr,

es ist nun wieder soweit. Eine weitere erlebnisreiche Reise steht nun bevor. Dieses Mal ist die Wahl auf Nordchile, Bolivien, Argentinien und natürlich Peru gefallen. Momentan sitze ich in Atlanta am Gate und überbrücke die Wartezeit, indem ich ein paar Zeilen schreibe. Obwohl ich mein eigentliches Ziel noch nicht erreicht habe, war die Reise bisher schon sehr anstrengend und lustig. Lustig, weil sich die amerikanischen Behörden wieder ein paar neue Dinge haben einfallen lassen, um die Homeland Security grenzwertig zu verbessern. Dazu später mehr. Nicht zuletzt war die Reise bisher auch sehr interessant, da ich einige nette Leute kennen gelernt habe.
Die deutsche Bahn zeigte sich gleich zu Beginn von ihrer besten Seite. Angekommen am Bf. Neustadt, konnte ich vom Zug nach Leipzig noch die Rückleuchten sehen; eine halbe Stunde vor Abfahrt. Meinen eigentlichen Zug habe ich dann durch Zufall entdeckt. Glück gehabt. In Leipzig bin ich dann in den CityNightLine umgestiegen, der mich nach Mannheim bringen sollte. Direkt nach der Abfahrt kam ich mit meinem Sitznachbarn ins Gespräch, der spontan dazu bereit war, mich an der BordBar einzuladen. Nach einem langen Gespräch und einigen Bier auf nüchternen Magen war ich ziemlich breit und die Schlafsessel baten das richtige Equipment, um noch ein bischen Ruhe zu finden. Zumindest für reichlich zwei Stunden. Nach Rücksprache mit dem Schaffner entschied ich mich, bereits in Frankfurt Süd auszusteigen, zusammen mit einem älteren Herren, der zunächst das gleiche Ziel hatte: Flughafen. Kurzum: Statt auf die SBahn zu warten und dann noch zweimal umsteigen zu müssen, nahmen wir uns ein Taxi. Wie sich herausstellte hat er auch in Dresden studiert, Verkehrswissenschaften, und ist dann Eisenbahner geworden. Wie nahe liegt dann, einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn den großen Kontinent zu durchqueren. Sicherlich eine faszinierende Sache.
Diese außerordentlich schnelle Verbindung bescherte mir natürliche eine ewig lange Wartezeit auf dem Flughafen. Als dann Delta Airlines die Pforten öffnete, fiel mir nur das Sprichwort „Kleider machen Leute“ ein. Eine unglaublich unfreundliche amerikanische Angestellte versuchte, mich vom „BusinessElite“-Schalter zu verjagen. Nachdem sie sich ausgetobt hatte, zeigte ich meine Vielfliegerkarte, die mich zum Business-CheckIn berechtigt, mit einem milden Lächeln vor. Sie schluckte und zog von dannen. Eine weitere Runde bei McD versüßte mir die Wartezeit beim Blick auf startende und landende Flugzeuge.
Zu Sicherheitskontrollen der amerikanischen Airlines und Behörden kann man immer viel lustiges berichten. Besonders erwähnenswert war folgende Ansage im Flugzeug: „Bitte bilden sie keine Gruppen, unsere Flugbegleiter sind von der amerikanischen Behörde angewiesen, solche unverzüglich aufzulösen“. Ich hielt Blickkontakt mit der deutschen Stewardess während sie die Ansage machte. Ein Lächeln schätzte die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme genauso ein wie ich. Angekommen in Atlanta musste ich wieder einmal durch eine Sicherheitskontrolle, die notwendig war, damit kein Flugpassagier (!) Waffen mit ins Land nimmt. Also gewöhnlicher Schutz der Öffentlichkeit. Man nahm mir mein Feuerzeug ab und ich kaufte daraufhin direkt hinter der Kontrolle ein neues.
=== nun bin ich in Lima ===
Am Gate stellte sich heraus, das der Flug nach Lima hoffnungslos überbucht war. Man bot mir 400$ damit ich einen Tag später fliege. Leider konnte ich dieses Angebot nicht annehmen, weil ich heute ja schon nach Arequipe weiterfliege.
Eine letzte List gelang mir in Lima auf dem Flughafen. Um der Korruption vorzubeugen, werden Zollkontrollen nach dem Zufallsprinzip durchgeführt. Dafür drückt man einen Knopf und bekommt entweder rot oder grün. Als Mathematiker sollte ich wissen, dass der Zufall kein Gedächtnis kennt. Trotzdem ist es unwahrscheinlich, dass nach rot nochmal grün kommt. Mit der Information, dass ca. jeder fünfte rot bekommt, habe ich mich dann schlau in der Reihe positioniert und sogar noch jemanden vorgelassen (der dann rot bekam 😉 ). Grün!
Nun bin ich also in Lima und komme mit der Zeitumstellung und der Müdigkeit gut zurecht. Scheinbar war der Schlaf im Flugzeug erholsamer als erwartet. Heute abend geht der Flieger, bis dahin muss ich noch einige Vorbereitungen treffen.

Man hört, liest, sieht sich,

Matthias

aktuelle Position: S 12 07.013 W 76 58.402
Höhe: Barometer: 95m, GPS: 155m

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