Überlebt!

Hola,

[inspic=79,left,gal,70]ich habe nun ein TShirt mit der Aufschrift „I went down the most dangerous road of the world … and I survived!“. Am Abend davor habe ich doch irgendwie Bedenken bekommen, ob ich das wirklich machen soll … aber was solls: No Risk, No Fun!
Wir trafen uns also morgens gegen 06.45 Uhr bei der Agentur. Mit dabei war noch eine Israelitin und zwei Schweizer. Dazu noch ein Fahrer und ein Guide. [inspic=80,right,gal,100]Wir fuhren wieder auf den Pass LaCumbres, welcher schon Ausgangspunkt fuer den Chorro-Trek war. Danach ging es auf die Mountainbikes. Zunächst ging es es einige Kilometer auf Asphalt abwärts, Abfahrt bei Geschwindigkeiten um 50 km/h. Man merkt dabei schon, wie die Federgabel das Vorderrad instabil macht. Aber es gab keine Probleme. Traumhaft, wenn man einfach so runterrollen, dabei die Veränderung der Vegetation beobachten und einfach nur die Landschaft genießen kann. [inspic=82,left,gal,100]Nach einer kleinen Pause mit Wasser und Snack ging es dann nochmal etwas bergauf. Nicht ganz ohne auf so großer Höhe. Nach einigen Kilometern ging es dann auf die gefürchtete „Death Road“, eine Schotterpiste, die an manchen Stellen kaum breiter als ein Auto ist und an der es teilweise über tausend Meter am Rand hinab geht. [inspic=85,right,gal,70]Der Fahrer berichtete uns, dass diesen Monat ERST 5 Fahrzeuge den Weg nicht geschafft haben und in die Tiefe gestürzt sind. Darunter auch ein voller Linienbus. Zunächst konnten wir von der Tiefe (glücklicherweise) recht wenig sehen, da wir direkt in den Wolken fuhren. [inspic=125,left,gal,100]Problematisch war dieser Nebel allerdings für unseren Guide, der ja die ganze Zeit vorrausfuhr um uns rechtzeitig vor dem entgegenkommenden Verkehr zu warnen. Ich muss sagen, das hat er sehr professionell gemacht. Gelegentlich ist auch noch das Begleitfahrzeug vorausgefahren und hat unseren Guide über Funk informiert. [inspic=83,right,gal,100]Trotzdem wären solche Unternehmungen in Deutschland wohl wegen Sicherheitsbedenken nicht denkbar. Abgesehen davon, dass es wohl keine solche „Death Road“ in Deutschland gibt. Je weiter wir herunterkaen, desto schneller wurde dann auch das Tempo. Man kam an einigen Stellen mit dem Bremsen kaum hinterher. Auch die Handgelenke wurden sehr stark beansprucht. An einigen Stellen bildeten sich Pfützen von den Wasserfällen, die sich zum Teil über die Straße ergossen. Nunja, mittendurch hieß es. Total verdreckt kamen wir in Yolosa an und gönnten uns erstmal ein Bier. [inspic=88,left,gal,100]Und das bolivianische Bier kommt der deutschen Qualität auch sehr nahe. Noch dazu entzücken mich immer wieder die Größen: ein großes Bier hat 620ml ;-). Danach sind wir dann zum Duschen und Essen in ein kleines niedliches Hotel gefahren. Die Rückfahrt sollte noch einmal spektakulär werden. Schließlich mussten wir die Strecke auch wieder hoch. Da ich mir sicher war, dass ich diese Strecke so schnell nicht mehr befahren werde, habe ich direkt meinen Kopf aus dem Fenster gehalten. Dieser war dann an manchen Stellen über dem gewaltigen Abgrund und etwa komisch war mir schon. [inspic=86,right,gal,100]Die ganzen Kreuze am Straßenrand muss man ignorieren. Wir hielten dann nochmal an einer Stelle an, wo vor drei Tagen ein LKW abgestürzt war. Er lag nicht so tief, war aber trotzdem gnadenlos am Fels zerschellt. Wir erreichten dann irgendwann aufatmend die Asphaltstrecke. Nun konnten wir die TShirts mit voller Berechtigung tragen. Fazit: Wieder ein „Abstieg“ von 4800m auf 1200m, den ich so schnell nicht vergessen werde. Definitiv ein Höhepunkt meiner diesjährigen Südamerika-Reise. Ein paar Fotos, die der Guide während der Fahrt gemacht hat, habe ich schon online gestellt.
Als ich am Abend meine Zugtickets für heute abholen wollte, sagte mir der nette Reichenbacher aus dem Reisebüro, dass ich keine Zeit verlieren sollte und mich noch am selben Abend auf den Weg nach Oruro machen sollte. Der Grund dafür war, dass diese Strecke für 48h von einem Streik betroffen sein sollte. Also war nun Turbo-Packen angesagt. Eine Stunde später war ich dann auf dem Busbahnhof, der einem Markt glich. Schließlich wollten nun unfassbar viele Menschen nach Oruro. Für meine Wartezeit holte ich mir noch eine Portion Pommes von einer Frau, die zwar sehr nett war, die kalten Pommes aber mit der Hand aus der Schüssel nahm und mir dann noch komische Mayonaise drüber spritzte. Nunja, ich hatte Hunger. Und außerdem ist noch alles Eiche bei mir (wer diesen Insider verstehen möchte soll einfach mal nachfragen ;-)). Nachts habe ich dann relativ unkompliziert ein Hotel gefunden und mich erstmal so richtig ausgeschlafen. Erst am nächsten Morgen, nach meinem 0,15 Euro Frühstück(Kaffe und Brötchen – das wars), habe ich dann richtig mitbekommen, was für ein verschlafenes Nest Oruro doch ist. Hier gibt es kaum Autos, sodass der Verkehr hier kaum Probleme macht. Es hat sich außerdem herausgestellt, dass tatsächlich keine Busse fahren.

So dann machts mal gut, Matthias

GPS-Daten:
Hotel Oruro
S 17 57.683 W 67 06.333
3725m

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