Wo ist mein Suedamerikagefuehl geblieben?

Hola,

eigentlich wollte ich erst einmal abwarten, bis ich den nächsten Blog schreibe, aber hier gibt es etwas, das mich total umhaut. Dazu gleich mehr.
Nachdem wir gestern von unserer Expedition zurückgekommen sind, hat jeder so seine Sachen gemacht und wir haben uns für 19:00 auf der Plaza zum Essen verabredet. Gringos sollten sich eigentlich finden. So gegen 17:00 stellte sich heraus, dass in Arequipa an diesem Abend wohl eine der größten Partys des Jahres steigen sollte. Die Innenstadt wurde komplett abgesperrt. Laut war es trotzdem, wegen der vielen Leute. Auch die Plaza war komplett mit Menschen gefüllt. Wir haben uns dann doch gefunden und sind noch schön Essen gegangen.
Es war sehr früh, als ich heute aufgestanden bin. Aber ich musste noch dafür sorgen, dass mich meine Wäsche, die ich am Vorabend abgegeben hatte, noch erreicht. Naja, peruanisches Timing: 5 Minuten vor Abfahrt war die Wäsche trocken. Meinen Bus habe ich dann auch pünktlich erreicht. Im Nachhinein war das Hotel keine schlechte Wahl. Im Gegenteil: Es war zwar außergewöhlich einfach, dafür immer sauber, ständig hat man einen der beiden Gastgeber mit dem Schrubber gesehen oder es nur gehört. Außerdem waren sie sehr nett und hilfsbereit. Mein persönlicher Tip fuer Low-Budget in Arequipa.
Mein Bus fuhr pünktlich 10 Minuten zu spät in Richtung Tacna los. Die Peruaner haben die schlechte Angewohnheit, in Bussen immer Filme zu zeigen oder für Unterhaltung zu sorgen. Leider habe ich diesmal das Bingo verschlafen, eine lustige Angelegenheit. Diesmal gab es Bonuszahlen für die Leute, die peinlich Karaoke gesungen haben. Zu allem Unglück hatte der Gewinner den Schein in der Hand, den ich bekommen hätte, wenn ich wach gewesen wäre. Pech gehabt.
In Tacna angekommen, ist es recht unkompliziert einen Collectivo nach Arica (Chile) zu bekommen. Ein alter Plymouth Caravelle beladen mit weiteren drei Chilenen fuhr mich über die Grenze. Die Grenzformalitaeten gingen sehr rasch, weil die Fahrer sich mit dem Zeug auskennen.
Ich kann kaum in Worte fassen, wie begeistert ich jetzt schon von diesem Land bin. Die Straßen werden besser, die Gebäude moderner und die Menschen sehen genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Und alle sind total nett. Der Taxifahrer hat in meinem Hotel einen richtig guten Preis ausgehandelt. Das Hotel an sich ist klasse und die Leute vom Hotel haben mich zu einigen wichtigen Punkten in der Stadt direkt hingeführt. Kaum einer verbarrikadiert sich in seinem Laden. Man wird auf der Straße nicht ständig angesprochen (obwohl dieses „No, gracias“ schon so verwurzelt ist). Die Leute parken ihre Autos einfach auf der Straße. Diese wiederum sind nahezu sauberer als in Deutschland. Aber das beste ist: Hier hupt fast keiner UND ein Taxi muss man rufen! Lediglich sprechen die Chilenen noch schneller als die Peruaner. Das macht es mir momentan etwas schwierig. Man merkt mir sicherlich meine Euphorie an, mal schauen wie sich das noch entwickelt. So teuer Chile auch ist, werde ich doch zumindest einige Zeit hier verbringen. Aber mein Südamerikagefuehl ist irgendwie dahin. Aber was solls. Der morgige Tag ist Arica gewidmet, bevor ich übermorgen weiter nach Putre fahre, eine kleine Stadt in den Bergen als Ausgangspunkt für meine Expeditionen in den Lauca-Nationalpark. So der Plan vorerst.

Macht gut, Matthias

Noch ein paar Daten:

Tacna (Peru)
S 18 00.270 W 70 15.557
558m

Arica (Chile)
S 18 28.578 W 70 19.127
12m

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