Nach Lima

Hi,

ich bin nun schon etwas überfällig mit meinem Beitrag. Nun, ich kann nicht sagen, dass ich hier keine Zeit dafür hätte. Ich bin lediglich nicht dazu gekommen.
Ich bin also inzwischen in Lima. Mein Bus fuhr mit chilenischer Pünktlichkeit von San Pedro ab. Also exakt 21:00, wie geplant. Leider wurde mir das zum Verhängnis. Ich habe vermutlich meinen Reiseführer für Chile in der Eile im Hotel liegen gelassen. Ärgerlich!
Wiederum mit chilenischer Pünktlichkeit kam ich dann am Morgen in Arica an. Danach ging alles ganz schnell. Man kann ja die amerikanischen Wagen kaum übersehen, die einen dann nach Tacna (Peru) bringen wollen. Mein Wagen war auch schon fast voll, sodass ich dieses Mal nicht warten musste. Die anderen Insassen des Colectivos waren wieder alle chilenisch und ich habe anstelle des Touristenfahrpreises den chilenischen Fahrpreis bezahlt. An der Grenze zu Peru merkt man, dass die Chilenen immer einen Schritt voraus sind. Die Peruaner wollen das nicht auf sich sitzen lassen und versuchen immer mitzuziehen (anders als die Bolivianer … die haben diesbezüglich schon resigniert). Bei meiner Einreise vor einigen Wochen hatten die Chilenen gerade einen weiteren Komplex ihrer Grenzfestung fertiggestellt. Ich glaube den Peruanern waren ihre zwei Holzhütten inzwischen peinlich geworden und so durchfährt man ab sofort eine riesige Baustelle – die zukünftige Migracion, wie ich vermute, oder vielleicht doch wieder ein Supermarkt . Interessant war auch, dass mein Gepäck von den Peruanern durchleuchtet wurde. Es kam mir ungewöhnlich vor, aber ich erinnerte mich schnell an die chilenische Praxis bei der Einreise …
Ich war recht zeitig in Tacna, so konnte ich mich in dieser netten „kleinen“ Grenzstadt noch ein wenig umsehen. Und tatsächlich: Wenn man Chile kennt, glaubt man, weiterhin in Chile zu sein. Sauber, (relativ) ruhig, freundlich. Der peruanische Einfluss ist aber trotzdem spürbar. Das deutlichste Zeichen für Peru war für mich das Frühstück. Ein Tip in meinem Reiseführer führte mich zu einer Markthalle, in welcher es leckeres und günstiges geben sollte. Und tatsächlich fand ich eine Sektion in der Halle, die einer großen Frühstücksbar ähnelte. Lange Theken und viele Einheimische. Ich hatte großen Hunger und so ließ ich mich dazu hinreißen, sämtliche Sandwiches und Heißgetränke der Speisekarte zu probieren. Eine leckere Angelegenheit, die mich dann ein Vermögen gekostet hat: S./ 3.30 (0,80 €). Ich war doch etwas überrascht. Den restlichen Tag hab ich dann mit schlendern, lesen und essen verbracht.
Ich ging dann noch einmal in ein InternetCafé. Etwa 3 Stunden vor Abflug hatte ich eine EMail vom Reisebüro aus Lima bekommen, dass mein Flug um 1 1/2 h vorverlegt wurde. Naja, gut dass ich online lebe …
Der Flughafen in Tacna ist schon witzig. Mir ist klar, dass Tacna jetzt keinen riesigen International Airport wie bspw. Frankfurt hat, trotzdem habe ich schon größere Busterminals gesehen. Ich nahm also im WarteZIMMER Platz und nach einiger Zeit kam mein Flugzeug vorgefahren. Als die Passagiere ausstiegen musste ich unweigerlich an die gute alte 3-Wetter-Taft-Werbung denken („Tacna, 18:30, Nebel, 23°C, die Frisur fixiert wie ein Brett“). Vom Flugzeug und vom Flug war ich wieder einmal überrascht. Angenehm, fast luxuriös.
Endlich Lima! Konstantes Wetter, Straßenlärm, Großstadttrubel … irgendwie hatte ich dieses Gefühl schon wieder vermißt. Aber man gewöhnt sich schnell wieder daran ;-).

Bis nachher, Matthias

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