Von Uyuni nach San Pedro de Atacama

Hola,

mindestens diesen Beitrag bin ich nun noch schuldig geblieben. Jedoch kommt er etwas verspätet …
Wie die Überschrift verrät, kann die Fahrt von Uyuni nach San Pedro keine normal Busfahrt gewesen sein. Vielmehr war es ein Drei-Tages-Unternehmen vorbei an endlosem Salz, traumhaften Lagunen und nicht zuletzt an ebenmäßigen Vulkanen. Aber der Reihe nach.
Nach dem Stromausfall in Uyuni war es natürlich etwas schwer, eine Benzinpumpe an der Tankstelle zu betreiben. So kam es dann, dass sich die Teilnehmer zum planmäßigen Beginn der Tour nicht etwa im Auto, sondern in einem Café um die Ecke trafen. Die folgenden Tage sollten nicht nur von traumhafter Landschaft als auch von einer sensationellen Gruppe leben. Mit an Bord waren noch zwei Irinnen, ein Holländerpärchen und ein Australier. Außer unserem Guide sollte noch dessen Sohn unser Begleiter sein. Nun denn, es ging los. Und endlich hatte ich die Gelegenheit, auch die alten Dampfloks auf dem Friedhof der Züge zu sehen, welche ich mir ja zunächst „erspart“ hatte. [inspic=89,left,gal,70]Der Friedhof war unser erster Stop. Nach ein paar Stops in kleineren Dörfern (im Prinzip dazu gedacht, Artesanias [Souveniers] zu verkaufen; aber ich habe zum ersten Mal ein Gürteltier gesehen!) kamen wir dann in den großen Salar de Uyuni. Eine riesige Salzfläche (12.000 km²; und damit die größte weltweit) lag vor uns. Zur Regenzeit wird diese geflutet und trocknet dann in der Trockenzeit wieder aus. [inspic=91,right,gal,100]Wir sahen Salzarbeiter, die Salzblöcke schlugen, welche wiederum zu Speisesalz verarbeitet werden. Eingerahmt wird diese wie Eis glänzende Fläche von braunen und weißen Bergen. Die Einwohner nennen ihren Salar nicht ohne Grund weißes Meer. Und mitten im Salz taucht ein Haus auf … natürlich gebaut aus Salz. [inspic=92,left,gal,100]Nun, außer Salzskulpturen und allerlei Alpaka-Wolle wurden auch noch teure Toilettengänge angeboten, wobei die Entsorgung der menschlichen Reste mitten im Salar wohl ein Geheimnis bleiben wird … Wir bekamen leckeres Essen von unserem Guide/Fahrer/Koch.
[inspic=93,right,gal,100] Da der Vergleich mit Eis ja schon gefallen ist … JA, wir hatten ein Allrad-Fahrzeug und NEIN wir durften nicht selber fahren. Schade eigentlich. Aber der Winter kommt ja bald.
Wir fuhren also über den Salar und wie aus dem Nichts taucht eine Insel auf, die auf Grund ihrer Fischform nun nicht mehr den schönen Aymara-Namen Incahuasi trägt, sondern ganz plump Isla Pescado (Fischinsel) genannt wird. Interessant ist, dass diese Insel im Salz erst seit Jahrmillionen eine Insel ist. Tatsächlich war die Strecke zwischen dem Titicaca-See und Uyuni mal ein Binnenmehr, das dann austrocknete. Wieso ich das schreibe? [inspic=94,left,gal,100]Die heutige Insel war zu damaligen Zeiten ein Riff. Und die versteinerten Korallen bilden nun den Lebensraum für große, alte Kakteen, welche z.T. 1200 Jahre alt sind (wie misst man das? Kaktusringe?). Wir bekamen das erste mal eine Zeitvorgabe für den Besuch. Das lag einfach daran, dass wir die letzte Touristen-Gruppe waren, die dort ankam. Das sollte sich auch in den nächsten Tagen nicht ändern. Wer zuletzt kommt ist eben … ALLEIN!
[inspic=95,right,gal,100] Wir kamen als letztes im Hotel an. Wir wurden zum Sonnenuntergang an einer Düne abgesetzt, von der aus man einen herrlichen Blick über das Tal und die Berge hatte, welches die Sonne mit verschiedenen Farben beleuchtete bevor sie schließlich unterging.
[inspic=99,left,gal,100]Nach einem reichlichen Mahl gingen wir zu Bett … es sollte die wärmere von beiden Nächten werden. Zum Sonnenaufgang wurden wir geweckt und dieser war traumhaft mit anzusehen. Der Tag sollte überwiegend ein Fahrtag werden, jedoch mit vielen Stops an wunderschönen Lagunen und z.T. rauchenden Vulkanen. Viele Flamingos konnte man beobachten. Und wie immer in traumhafter Kulisse. [inspic=101,right,gal,70]Zorro andino wird der Andenfuchs genannt. Gleich ein ganzes Rudel machte sich über unsere Hühnchenreste her, welche wir ihnen nach unserer Mahlzeit hinterließen. Ich möchte noch erwähnen, dass der kleine Vierjährige hier den Ausdruck „Lecker-Lecker“ erlernte, welcher später (auch als „L-Word“ bezeichnet) des öfteren die Nerven strapazierte. Die Nacht verbrachten wir in einem Refugio an der Laguna Colorada, welche ihren Namen nicht ohne Grund trägt. Mineralien, Algen, das Sonnenlicht und Borax verhelfen ihr dazu. Die Nacht im 6er-Zimmer sollte kalt werden. [inspic=104,left,gal,100]Zuvor versuchten wir uns, mit Wein, Bier und etwas undefinierbarem aus einem Flachmann, warm zu halten. Zum Warmhalten verhalf mir der kleine Junge, der Spaß daran hatte, wenn ich ihn durch die Luft wirbelte. Zumindest benutzte er zu dieser Zeit nicht das L-Word, welches sich nach und nach in loco-loco verwandelt hatte (loco = spanisch für dumm) und mit dem er sonst einige andere Gäste des Refugios „erheiterte“.
[inspic=105,right,gal,100] Die Nacht war kalt und noch im Dunkeln sollten wir in den letzten Tag starten. Nicht ohne Grund, denn Geysire waren unser Ziel, welche besonders gut in den Morgenstunden zu beobachten sind. Zunächst fuhren wir am vermeintlich größten Geysir vorbei. Nach dem Hinweis unseres Guides, dass eine Maschine für dieses Spektakel sorgt, war uns klar wieso. [inspic=106,left,gal,100]Die eigentlichen Geysire erzeugten dann keine hohen Fontänen (so wie man das eigentlich kennt) sondern waren vielmehr tiefe Löcher aus denen nach Schwefel riechender Dampf aufstieg. Rings um die großen Geysire konnte man kleine Pfützen sehen, in denen der Schlamm brodelte.
[inspic=107,right,gal,100]Nach dem kleinen Stop fuhren wir weiter zu einer Therme. Wir kamen wie immer etwas später und fuhren auch noch hundert Meter weiter als alle anderen Touristenbusse. Während unser Guide das Frühstück vorbereitete hatten wir Gelegenheit, in der 35ºC-Therme zu baden. Traumhaft! Selbst das Herauskommen ging reibungslos. Durch den aufgeheizten Körper und die emporsteigende Sonne war der Kälteschock ausgeblieben. [inspic=109,left,gal,100]Nach unserem leckeren Frühstück ging es weiter zur Laguna Verde (verde=gruen), welche zu Fuße des mächtigen Vulkanes Licancabur lag. Dieser Vulkan war schon in Deutschland Besteigungskandidat und als wir dann in Richtung chilenischer Grenze weiterfuhren und ihn dabei umfuhren, war ich mir meines Vorhabens schon ziemlich sicher. In Chile wurden wir dann desinfiziert und mussten uns unserer Früchte entledigen. Interessant war die Abfertigung am Zoll. Alle mussten ihre Rucksäcke und Taschen auf einen langen Tisch legen. Dann kam eine Gruppe Beamter und alle mussten gleichzeitig ihre Rucksäcke zur Durchsuchung öffnen. Angekommen in San Pedro sind wir einer Hotelempfehlung gefolgt. Eine weise Wahl. In Hängematten konnten wir den Tag ausklingen lassen.
San Pedro de Atacama hat zur Zeit 4970 Einwohner und ist im Prinzip eine Touristenstadt. Restaurants, Hotels und Reisebüros reihen sich aneinander und es herrschen tschechische Preisverhältnisse, was fuer Südamerika schon recht teuer ist. Das Geld zerrinnt einem förmlich zwischen den Fingern … kein guter Ort für Studenten.

Bis nachher, Matthias

GPS-Daten:
Cementario de trenes
S 20 28.893 W 66 50.269
3673m

Colchani
S 20 18.143 W 66 56.282
3645m

Salzarbeiter
S 20 19.204 W 67 00.059
3680m

Hotel im Salar (Zwischenstation)
S 20 19.839 W 67 02.804
3658m

Isla Pescado
S 20 14.470 W 67 37.650
3660m

Salzhotel
S 20 34.166 W 67 38.405
3687m

Wegpunkt
S 21 24.955 W 67 59.712
4302m

Lagune mit tollen Flamingos
S 21 30.096 W 68 00.547
4158m

Noch eine traumhafte Lagune
S 21 34.419 W 68 02.342
4121m

Arbo piedra (versteinerter Baum)
S 22 03.105 W 67 53.155
4090m

Laguna Colorada (Refugio fuer 2. Nacht)
S 22 10.222 W 67 48.286
4327m

Geysir Sol de Mañana
S 22 26.117 W 67 45.479
4870m

Termas de Chalviri
S 22 32.203 W 67 38.922
4411m

Laguna Verde
S 22 47.261 W 67 49.087
4349m

Hotel San Pedro de Atacama
S 22 54.648 W 68 12.090
2444m

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