Cusco – da, wo alles mit Inka… anfaengt

Hi,

[inspic=1147,left,gal,thumb]nun haben wir unsere Kultur-Woche schon fast hinter uns und ich bin gar nicht wirklich dazu gekommen, mal ein paar Zeilen zwischendurch zu schreiben. Das haengt wohl damit zusammen, dass es hier einiges zu tun gibt. Aber fangen wir mal vorne an.

Da die Busverbindung Lima – Cusco momentan durch die Auswirkungen des juengsten Erdbebens stark in Mitleidenschaft geraten und scheinbar nicht mehr sonderlich zu empfehlen ist, haben wir uns erfolgreich nach einer Flugverbindung umgesehen: Just in dieser Zeit hat TACA Peru ein schoenes Angebot fuer rund 60$ gehabt, welches wir dann sofort gebucht haben. Einziger Haken: der Abflug um 06.00 Uhr zwang uns zum Aufstehen um 3:30 Uhr. Angekommen am Flughafen war natuerlich der Flug ueberbucht und man vertroestete uns mit einem Flieger um 10:00 Uhr sowie einem Gratis-Fruehstueck bei Dunkin‘ Donuts (Das war mein erster bewusst gegessener Donut, so einer mit rosa Zeugs oben drauf. Sehr lecker!). Gegen 10:20 Uhr ging es dann auch schon los. Der Anflug auf Cusco ist schon ziemlich spektakulaer. Gerade ich als Flugbegeisterter habe mich da besonders gefreut: Zunaechst fliegt man in Richtung Osten und sieht ziemlich direkt neben sich die Landebahn, an der man erstmal vorbeifliegt. Dann fliegt das Flugzeug aeusserst knapp in einer engen 180-Grad-Linkskurve um einen Huegel herum und richtet sich an der Landebahn aus und landet. Sensationell!

Am Flughafen wird man direkt schon von einer Gruppe Musikanten erwartet, die ungefaehr das spielen, was Touristen ihrer Meinung nach hoeren wollen. Wer sich das nicht vorstellen kann: ein Besuch auf der Prager Strasse in Dresden koennte die Augen oeffnen 😉 .

Nachdem das Hotelsuchen dann vorbei war, haben wir uns zunaechst einmal einen Ueberblick ueber Cusco verschafft. Wie schon vor reichlich zwei Jahren kann man die (zumindest touristische) Praesenz der Inkas nicht leugnen. InkaCola, InkaFarma, InkaHotel, InkaMuseum, Inkaffee, InkaBanco, InkaMercado … und wie sie nicht alle heissen. Aber Cusco an sich ist schon ein eher ruhiger Ort. Man kann einfach einmal stundenlang durch die kleinen verwinkelten Gassen schlendern und etwas von der historischen Mystik in sich aufsaugen. Besonders abends finde ich es hier sehr reizvoll, dann, wenn es schlagartig tiefdunkel wird und ein Lichtermeer die ganze Stadt in eine unheimlich schoene Stimmung versetzt.

[inspic=1146,right,gal,thumb]Den Mittwoch haben wir dann einem Cusco-Stadtrundgang gewidmet. Zunaechst mussten wir nur noch die Zugtickets nach Machu Picchu kaufen. Die Preise sind damals schon enorm teuer gewesen, aber in der Zwischenzeit noch einmal ordentlich angestiegen. Wir habe uns dann fuer eine guenstigere Variante entschieden. Aber dazu spaeter mehr.
Unser ausgezeichneter Reisefuehrer (an dieser Stelle ein dickes Lob an die Leute vom Reise-Know-How-Verlag) enthielt einen Vorschlag fuer einen Stadtrundgang, dem wir dann auch gefolgt sind. Ausgangspunkt war (wie sollte es auch anders sein) die Plaza de Armas mit allerlei sehenswerten Gebaeuden und Arkaden. Danach fuehrte uns der Weg vorbei an allerlei interessanten Ueberbleibseln vergangener Zeiten. Da waeren zum einen die alten Mauerreste der Inka: Durch exaktes Behauen riesiger Steinbloecke schafften sie fugen- und insbesondere moertellose Mauern. [inspic=1145,left,gal,thumb] Diese Mauern haben im Allgemeinen den grossen Erdbeben der Jahrhunderte stand gehalten. Nach der Eroberung durch die Spanier haben jene dann ihre Bauten auf den Grundmauern der Inka errichtet. Diese Bauten haben dann aber nur wesentlich kuerzer gehalten.
[inspic=1144,right,gal,thumb] Später haben wir uns dann noch das Museum von St. Domingo angeschaut. Dort ist u. A. noch einmal sehr anschaulich die Baukunst der Inka anhand restaurierter Mauern zu sehen. In der zugehörigen Kirche versammelten sich indes unzählige förmlich gekleideter Polizisten. Später prozessierten diese dann mit einer geistlichen Figur durch die Stadt. Erst später erfuhren wir, dass dies Santa Rosa de Lima war, die Schutzheilige der Polizei.
Wir schlossen dann der Rundgang wieder an der Plaza de Armas ab.

[inspic=1143,left,gal,thumb] Am Donnerstag liessen wir es zunächst ganz ruhig angehen. Wir hatten ein Restaurant gefunden, dass uns fuer unter 10 Soles ein Buffet-Fruehstueck versprach. Witzig ist nur, dass die Peruaner eine seltsame, fuer den Gast aber sehr bequeme Ansicht von Buffet haben. Es heisst einfach nur, dass man sich alles so oft man will bringen lassen kann. Ein „aufgebautes“ Buffet haben wir nirgends gefunden.
Anschliessend haben wir das sehr interessante Inka-Museum besucht. In angenehmen Masse waren interessante Zeugnisse vom inkaischen Leben ausgestellt, auch wenn man, wie haeufig in Peru, mit einer relativ grossen Menge Keramik konfrontiert wird.

[inspic=1155,right,gal,thumb] Fuer den Nachmittag hatten wir uns ueberlegt, eine ehemals Cusco vorgelagerte Ruinen-Anlage zu besuchen: Saqsaywamán. Als ich vor zwei Jahren mit zwei Kommilitonen (an dieser Stelle seien Oli und Alex herzlich gegruesst) schon einmal dort unterwegs war, wurden wir hinterlistig von einem Fuehrer gelockt, der uns versprach, uns zur „Sexy Woman“ zu fuehren. Damals endete das mit einem schoenen Ritt zu Pferde durch die Umgebung um Saqsaywamán herum.
Dieses Mal konnten wir uns die Anlage aus der Naehe anschauen. Ein maechtiges Bollwerk zum Schutze der ehemaligen Inka-Haupstadt Qosqo.
Zunaechst musste ich aber eine verblueffende Feststellung machen: In Cusco regnet es nicht! Es hagelt nur ;-). Als gerade wieder ein Hagelschauer niederging verkrochen wir uns zu zweit unter einen Felsvorsprung aehnlich einer Miniboofe und warteten ab. Eine Gruppe Kechua-Frauen gesellte sich zu uns und auf einmal sassen wir inmitten von alten und jungen ‚Weibern‘, die waehrend ihrer umsatzfreien Zeit dort bei uns ihren Spass hatten. Wir verstanden kein Wort von dem was sie sprachen. Aber schoen, dass es Kechua-Nachwuchs gibt.
[inspic=1150,left,gal,thumb]Als der Hagel dann aufhoerte und sich die Sonne immer mal wieder blicken liess schlenderten wir dann durch die alte Festungs-Ruine und wunderten uns bei jedem grossen Stein von neuem, mit welcher Praezision er gehauen und vor allem, wie er wohl dorthin transportiert wurde.
[inspic=1149,right,gal,thumb] Auf der gegenueberliegenden Seite war ein interessanter Fels zu entdecken. Wahrscheinlich durch einen ehemaligen Geltscher glatt geschliffen, enthielt dieser Rinnen, die uns zunaechst wie Rutschen vorkamen. Ein paar Meter weiter konnten wir Kinder beobachten, die diese Vorstellung nicht nur theoretisch mit uns teilten sondern auch mit grossem Spass praktizierten.

Obwohl sich noch weitere Ruinen in der weiteren Umgebung befinden, haben wir uns dann in (weiser) Vorausschau auf die Ruinen in Ollantaytambo und Machu Picchu, die noch auf uns warten, auf den Rueckweg nach Cusco gemacht.

[inspic=1148,left,gal,thumb] Morgen geht es dann mit wohl dem Highlight eines jeden Cusco-Besuchers an dieser Stelle weiter: Die Heiligen Ruinen von Machu Picchu, welche seit neuestem sogar zu den sieben Weltwundern gehoeren.

Ciao, Matthias

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *