Der Weg in den Dschungel – Mit dem Bus nach Rurrenabaque

Hola,

nun ist wieder eine spektakulaere Woche zu Ende gegangen und ich bin aus verschiedenen Gruenden nicht dazu gekommen, einen Beitrag zu schreiben. Das soll nun nachgeholt werden.

Etwas erschoepft sind wir also vom Huayna Potosi wieder zurueck gekommen und mit froher Erwartung am naechsten Morgen in den Bus nach Rurrenabaque gestiegen. 18 Stunden hatte man uns verheissen, denn der Bus sollte sich vom Hochland um La Paz ins ueber 3000m tiefer liegende Beni-Tal entlang einer riskanten strasse schlaengeln. Puenktlich eine Stunde nach Plan fuhr der Bus dann auch schon los … zumindest eine Querstrasse weiter, um weiter zu warten und irgendwann machte er sich dann auch auf den Weg.

Zunaechst ging es vorbei am Ausgangspunkt des „El Choro“ (vgl. Beitrag von 09/2006) und dann das erste (ungefaehrliche) Stueck der „Death Road“ (vgl. Beitrag von 09/2006) hinunter. Da wo ich letztes Jahr mit dem Mountainbike abgezweigt bin, sind wir dann gerade weiter auf der neuen Strasse gefahren, welche seit letztem Jahr fertig (!) geworden ist, naja zumindest fast. Irgendwann war dann aber auch dieser Traum aus und weiter ging es auf recht gefaehrlicher Strasse. Man stelle sich einen steilen Abhang vor, in den eine schmale Strasse in den Dreck gehauen ist … Interessanterweise herrscht dort Linksverkehr, also sassen wir immer aussen am Abgrund. Ich bin eigentlich schon etwas abgehaertet, aber selbst mich hat diese Strasse ganz schoen aus der Ruhe gebracht. Franziska begnuegte sich mit schweissnassen Haenden.

Gegen Abend kamen wir in einem kleinen Staedtchen an – Caranavi. Dort gab es etwas zu Essen und die Gewissheit, dass der spektakulaere Teil der Fahrt vorbei sei – vorerst. Weiter ging es durch die Nacht auf einer nicht mehr enden wollenden Schotterpiste durch den Dschungel. Im Bus roch es schon ziemlich eklig, denn die mittlerweile reichlich 25º C Aussentemperatur in der Nacht sorgten dafuer, dass auch der Letzte schwitzte. So schliefen wir dann, waehrend uns ein kleines Kind munter davon abzuhalten versuchte.

Gegen 5.00 Uhr morgens wurde ich von einem rythmischen Haemmern gegen den Bus geweckt. Wir standen mitten im nirgendwo und hatten zu allem Unglueck noch eine Reifenpanne. Der kaputte Reifen an sich war nicht das Problem, doch war die Crew voellig unfaehig, ihn zu wechseln, denn mindestens Werkzeug haette dazu vorhanden sein muessen. So entschloss man sich dann nach einer geschlagenen Stunde, weiter zu fahren. Und tatsaechlich erreichten wir nach kurzer Zeit eine Werkstatt. Reifen gab es dort zu genuege, doch fehlte weiterhin das richtige Werkzeug. Und dann musste ich innerlich lachen, als sie versuchten, eine Radmutter mit Meissel und Hammer abzuschlagen. Nach einer weiteren reichlichen Stunde begnuegte man sich mit erneutem Aufpumpen. Und es sollte bis Rurrenabaque reichen, welches wir dann schon gegen 10:15 Uhr erreichten.

Wir hatten bereits in La Paz einen Ausflug in die Pampas gebucht, fuer den wir haetten 08:30 Uhr da sein muessen. Das hatte sich dann erledigt, doch konnten wir dann einen Tag spaeter anfangen. Aber dazu spaeter mehr …

Ciao, Matthias

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1 Response

  1. Kerstin Hager sagt:

    Hallo Matthias,
    Frieder aus Deinem Chor machte mich auf Deinen Blog aufmerksam, weil ich schon voller Vorfreude auf meine bevorstehende Perureise bin. Da ich nahezu die gleiche Reise machen werde, wie ihr sie gemacht habt, habe ich Deine Berichte und die wirklich guten Fotos neugierig verfolgt. Von der Anstrengung her (Höhe/Temperaturen …)habt ihr ja anscheinend alles blendend verkraftet. Aber das man die Kraft der Sonne nich unterschätzen darf, hast Du eindrucksvoll demonstriert. Also nochmal Danke für Deine Berichte.
    Viele Grüße von Kerstin

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