Machu Picchu – der Touristentreffpunkt in Peru schlechthin

Hola,

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eigentlich schon fuer Vorgestern versprochen, geht es heute endlich mit dem Bericht von unserem Ausflug zu den Heiligen Ruinen von Machu Picchu weiter. Matthias hat sich diesen Ort schon vor knapp 2 1/2 Jahren angeschaut, ist aber auf meinen Wunsch hin noch einmal mitgekommen. Fuer mich war das ganze neu, weshalb ich auch diesen Beitrag verfasse.

Wie schon angedeutet haben wir nicht den enorm ueberteuerten Direktzug von Cusco nach Machu Picchu genommen, sondern entschieden uns fuer die etwas guenstigere Varinate des „Backpacker Night Shuttle“ von Ollanta. Dort sollte unser Zug am Donnerstag Abend um 20:15 Uhr abfahren.

Nachdem wir uns am Donnerstag Morgen wieder ein superleckeres Buffet-Fruehstueck (auf dem Balkon in der Sonne sitzend, mit Blick auf die Plaza) geleistet hatten, ging es mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln nach Ollanta – hinein in das Valle Sagrado de los Incas (das Heilige Tal der Inka). Dieses Tal zwischen Pisaq und Ollanta hatte fuer die Inka eine extrem wichtige Bedeutung: die Boeden sind sehr fruchtbar, das Klima besonders mild und somit war es bestens fuer den Ackerbau geeignet und demzufolge ‚geheiligt‘.

Ollanta selber ist ein kleiner Ort, in dem es nur so von Touristen wimmelt, da es 1. ein wichtige Bahnstation auf dem Weg nach Machu Picchu ist und sich dort 2. der Ruinenkomplex Ollantaytambo befindet. Genau aus diesen beiden Gruenden sind auch wir dahingefahren. In unserem Reisefuehrer haben wir dann gelesen, dass es sich bei Ollanta angeblich um den aeltesten staendig bewohnten Ort Suedamerikas handelt und er sich ausserdem durch die von den Inka vollstaendig aus Stein gebauten Haeuser auszeichnet.

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Angekommen in Ollanta haben wir erstmal eine Kleinigkeit gegessen und uns dann die Festung Ollantaytambo angeschaut. Wieder hat uns dabei unser Reisefuehrer gute Dienste geleistet, indem er uns mit den wichtigsten Infos versorgte und uns so vor der Hektik der Reisegruppen verschonte. Wir konnten uns also alles in Ruhe anschauen, ohne staendig einer mit einer Fahne wild wedelnden Person hinterher zu laufen. Ollantaytambo thront hoch oben auf einem maechtigen Bergsporn und obwohl sie nie fertig gestellt wurde, ist die ganze Anlage sehr beeindruckend. Eindrucksvoll waren vor allem die vielen kuenstlich angelegten Terrassen mit dem ausgekluegelten Bewaesserungssystem: die Flaechen zwischen den Mauern sind leicht geneigt und werden gerade so be- und entwaessert, dass die fruchtbare Erde nicht weggespuelt wird . Daneben staunten wir mal wieder ueber die exakte Bauweise der Inka und die grossen Steinbloecke (bis zu 50 Tonnen schwer), die irgendwie vom Steinbruch auf der anderen Talseite dahingelangt sind.

Nach Ollantaytambo und einigen Besorgungen begann dann mit vielen anderen Menschen das Warten auf den Zug – unter den Wartenden waren auch viele Einheimische, die natuerlich nicht den teuren Touristenpreis bezahlen muessen. Der Zug war erstaunlich bequem und in Dunkelheit ging es das Urubambatal entlang bis nach Aguas Calientes, dem Ort, wo die Busse nach Machu Picchu abfahren. Angekommen wurden wir schon von einer Horde von Schleppern begruesst, die alle das perfekte Zimmer fuer uns zu haben schienen. Ich hatte im Zug geschlafen, war dementsprechend sehr verpeilt und trottete einfach Matthias hinterher, der fuer Aguas Calientes (in diesem Ort gibt es eigentlich nur Touristen) ein guenstiges Angebot bekommen hatte. Und wirklich war das Zimmer nicht schlecht und sehr preiswert, auch wenn man fuer den Wasserhahn einen Hebel unter dem Waschbecken betaetigen musste.

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Am naechsten Morgen hiess es zeitig aufstehen. Eigentlich wollten wir ja die restlichen Kilometer zu Machu Picchu noch vor Sonnenaufgang hochlaufen. Aber da wir unsere Stirnlampen versehentlich in Cusco gelassen hatten und die Eintrittskarten, die man nur in Aguas Caliente kaufen konnte, erst ab 5 Uhr zu bekommen waren (am Vorabend war schon alles geschlossen), entschlossen wir uns den Touristenbus zu nehmen. Sehr teuer, dafuer unnoetig bequem – in einen Bus passen gerade mal 20 Personen. Nachdem wir uns kurz nach fuenf Uhr unsere Eintrittskarten fuer Machu Picchu besorgt hatten, kamen wir an die Bushaltestelle, an der schon mindestens 100 aufgeregte Menschen warteten, die alle unbedingt mit den ersten Bus fahren wollten. Erstaunlich, wer um diese Uhrzeit alles schon auf den Beinen ist… und nur, um Erster oben zu sein! Wir kauften unsere Fahrkarte und mit etwas Glueck (zufaellig standen wir ploetzlich inmitten einer Schlange ;-)) sind wir sogar in den 3. (!) Bus gekommen. Ich wusste nicht Recht, was ich von diesem ganzen Theater halten sollte. Irgendwie war es mir zuwider, aber dann freute ich mich natuerlich doch, dass wir eine der ersten waren.

Der Bus schlengelte sich langsam eine Serpentinenstrasse empor, ringsherum in Wolken gehuellte Berggipfel. Bis kurz vor Ankunft wusste man nicht, wo sich eigentlich die Inkastadt genau befand – erst dann wurde sie poetzlich sichtbar.

Puenktlich um 6 wurden wir eingelassen. Wir hatten vor, gleich am Anfang den Waynapicchu zu besteigen, von dem man einen schoenen Blick auf Machu Picchu haben sollte. Da sich der Berg durch den Besucherandrang jaehrlich 2 cm abtraegt, wurde die Notbremse gezogen und auf taeglich 400 Personen begrenzt. Man hatte uns gesagt, dass gleich frueh morgens Menschenmassen dahinstroemten, und man sich beeilen muesse. Unser Weg sollte uns also direkt zum Waynapicchu fuehren. Durch Zufall – wir sind einfach mal Leuten nachgelaufen, die sich auszukennen schienen – sind wir auch den direktesten Weg dahingelaufen und waren ploetzlich unter den ersten Zehn in der Schlange.

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Man durfte erst ab 7 Uhr auf den Berg. Die Zeit bis dahin nutzten wir fuer ein kleines Fruehstueck. Nachdem wir uns in einer Liste eingeschrieben hatten (wir waren Nr. 9 und 10), ging es los. Der Weg wurde schon am Eingang als sehr steil und nur fuer wirklich Fitte beschrieben. Er war auch wirklich nicht ohne: sehr eng und oft geht es aeusserst enge Stufen fast senkrecht nach oben. Wir haben die ueber 600 Hoehenmeter in reichlich 50 Minuten bewaelitigt. Lustig waren einige Leute, die meinten, hochrennen zu muessen und dann an uns vorbeischnieften, um dann gleich wieder eine Pause machen zu muessen. Kurz vor Ende ging es noch auf allen Vieren durch eine engen Felstunnel, bevor wir dann den schoenen Blick auf Machu Picchu und das Urubamba-Tal sowie ein zweites Fruehstueck geniessen konnten.

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Wir beschlossen, den langen Weg zurueck zu gehen und noch bei dem auf der Rueckseite des Waynapicchu liegenden Mondtempel vorbeizuschauen. Der Weg fuehrte uns hinunter in eine fast schon urwaldartige Gegend und gewaehrte uns schoene Ausblicke in das Urubamba-Tal. Wieder war der Weg oft sehr schmal und steil. Auf jeden Fall nix fuer Nicht-Schwindelfreie – neben uns ging es oft sehr weit gerade nach unten und wir fragten uns schon manchmal, wo da die Sicherheit geblieben sei…

Nach unserer schoenen Wanderung auf dem Waynapicchu war es schon nach um Zwoelf und in Macchu Pichu wimmelte es nur so von Touristen. Ueberall sah man Touristengruppen mit ihren Guides, lagen Leute in der Sonne und machten Menschen Fotos – kein Vergleich zum Morgen, wo Machu Picchu noch menschenleer gewesen war.

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Wir haben uns dann erstmal eine Mittagspause mit Blick ueber Machu Picchu gegoennt und sind danach – um dem Touristentruebel noch ein bisschen aus dem Weg zu gehen – zu der ca. 20 Minuten entfernten Puente Inca (Inka-Bruecke). Ich glaube, ich muss nicht erwaehnen, dass auch dieser Weg wieder recht gefaehrlich war. Zitat „Reise Know-How“: „Der Pfad klebt direkt am Fels…“ und das ist kein bisschen uebertrieben! Die Inka-Bruecke selber ist auch gerade mal geschaetzte 40 cm breit (wir haben sie nur aus der Ferne gesehen, ist mittlerweile gesperrt) und ist vom Grunde einer tiefen Schlucht aus aus Steinen gebaut. Neben ihr geht es mind. 100 Meter abwaerts – erstaunlich, wo sich die Inka langgetraut haben…

Danach haben wir uns endlich die Inkastadt angeschaut. Wir blieben bei unser alltbewaehrten Methode und klaerten uns mit Hilfe unseres Reisefuehrers selber ueber die wichtigsten Dinge auf. Angefangen vom Mirador, dem Aussichtspunkt und dem Ort, von dem die ganzen Postkartenfotos geschossen werden, ging es durch die verschiedenen Stadtviertel: Palastviertel, Heiliger Platz, Intiwatana („Platz, an dem die Sonne angebunden war“), Wohnviertel, Speicherviertel, Viertel der Handwerker, Viertel der Intellektuellen, Gefaengnisviertel… Machu Picchu scheint eine sehr organisierte Stadt gewesen zu sein. Waehrend wir unseren Rundgang machten, nahm die Touristenanzahl kontinuierlich ab.
.[inspic=1182,left,gal,thumb]Am Ende waren wir fast alleine (es kamen Erinnerungen von dem Machu Picchu am Morgen hoch) und da trauten sich sogar die Tiere wieder aus ihren Verstecken: auf einer Mauer entdeckte ich zwei Viscachas und danach wurde ich von einem Llama regelrecht verfolgt.

Nach ueber 11h Machu Picchu sind wir dann wieder mit dem Bus nach Aguas Calientes heruntergefahren. Begleitet wurden wir dabei von einem kleinen Jungen, der die Abkuerzungen der Serpentinen herunterrannte, uns zwischendurch immer wieder laut rufend zuwinkte und letztendlich genau so schnell wie wir unten war und dann fuer seine Leistung eine kleines Trinkgeld erbat.

In Aguas Calientes haben wir spaeter auf dem Mercado noch ein richtig leckeres und gleichzeitig total billiges Abendbrot gegessen und sind dann auch bald erschoepft ins Bett gegangen.

Am naechsten Morgen ging es 5:45 Uhr zurueck mit dem Zug nach Ollanta. Da es diesmal draussen hell war, konnte ich sogar etwas die schoene Aussicht von dem Urubamba-Tal geniessen – zwischendurch bin ich jedoch das eine oder andere Mal etwas weggenickt, ich war schon ziemlich muede. Matthias hat neben mir die ganze Zeit geschlafen. [inspic=1179,right,gal,thumb]Von Ollanta aus ging es dann nach Pisaq, wo es auch nochmal Ruinen zu sehen gab, aber das schenkten wir uns und genossen dafuer das rege Treiben auf dem einheimischen Sonntagsmarkt. Es gab lecker frischgepressten Orangensaft und Mini-Bananen.

Am zeitigen Nachmittag sind wir dann nach Cusco zurueck gefahren. Wir waren beide schon ziemlich geschafft von unserem Machu-Picchu-Tag und troedelten den restlichen Tag ein bisschen rum. Zur Entspannung gab es abends noch eine einstuendige Ganzkoerper-Massage. Danach laesst es sich richtig gut schlafen! :-)

Gruss,

Franziska

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