Puno und der Titicacasee

Hola,

und wieder gibt es einiges neues zu berichten.

Am Montag sind wir also mit dem Zug von Cusco nach Puno gefahren. Mit dem Zug deshalb, weil die Aussicht traumhaft sein sollte. Und wie schon vor zwei Jahren (damals in die entgegengesetzte Richtung) hat sich das bestätigt.
Endliche (!) Weiten an deren Ende immer wieder weiße Spitzen hervorgucken. Der Zug an sich ist recht langsam, sodass er die doppelte Zeit im Vergleich zum Bus braucht, und erinnert ein bisschen an alte Eisenbahnerlebnisse aus Kinderzeiten. Manchmal hat man das Gefühl, dass der Zug gleich entgleisen wird, aber die machen das ja auch nicht zum ersten Mal … hofft man 😉 …

Noch am gleichen Abend haben wir eine (unsere erste!) geführte Tour gebucht. Wie schon vor zwei Jahren wollten wir zu den Islas Amantani und Taquile. Die Preise seien angestiegen, sagte man uns, und mit etwas Verwunderung akzeptierten wir den etwas höheren Preis.

Am nächsten Morgen warteten wir vor unserem Hotel mit deutscher Pünktlichkeit schon 15 Minuten vor der vereinbarten Zeit. Das sollte uns zum Verhängnis werden, denn ein Moto-Taxi-Fahrer gab aus, von der Agentur zu sein und wir fuhren mit ihm zum Hafen. Dort angekommen wollte der nun sein Geld haben, obwohl wir für den Transport bereits bezahlt hatten und der Fahrer natürlich nicht von der Agentur war …
Ein Guide vor Ort erkannte unsere Situation und versuchte zu vermitteln. Auch wies er uns darauf hin, das wir viel zu viel bezahlt hatten … aber das kennt man ja inzwischen.

Just in diesem Moment trafen wir auf Steffen, einen Kommilitonen aus Deutschland. Wir hatten schon vermutet, dass wir ihn irgendwo in Puno treffen würden, denn er schrieb einige Tage vorher, dass er in Richtung Titicacasee unterwegs sei. Er hatte die gleiche Tour gebucht (und auch zu viel bezahlt), allerdings bei einem anderen Anbieter, sodass er dann in einem anderen Boot fahren musste.

Schlussendlich hatten wir doch noch zu unserer Agentur und damit zu unserem Boot gefunden und die Fahrt auf dem See sollte losgehen. Und lustig begann sie auch. Ein witziger kleiner Mann mit Basecap stellte sich uns als Aldo und unser Guiá vor und gab einige einleitende Worte.
Nach 20 Minuten Fahrt erreichten wir die schwimmenden Inseln vor der Küste (Los Uros). Und kaum waren wir angekommen, ging die Touristen-Show auch schon los. Uro-Frauen begrüssten uns aufs Herzlichste. Zumindest sollte man denken, dass diese Leute dort tatsächlich wohnen. Unser Reiseführer hat uns im Vorfeld schon verraten, dass die meisten Einwohner eigentlich in Puno leben und am frühen Morgen für den Touristenstrom auf ihre Inseln fahren. Uns wurden dann noch einige typische Sachen aus dem Leben der Uros erklärt: Wie und woraus die Inseln gebaut werden, was sie essen und wie sie so leben (im Prinzip war die Antwort immer „Schilf“). Interessanterweise konnte man Fernseher, Kühltruhen etc. entdecken, die von einer Solarzelle versorgt wurden. Auch einen Shop und eine Post gab es zu bestaunen. Was aber natürlich nicht fehlen darf, ist das überschwängliche Angebot an Artesania (selbstgemachtem Touristenbedarf), welches auf großen Decken ausgebreitet war …

Nach nicht allzu langer Zeit legte unser Boot (mit uns) ab und wir nahmen Kurs auf Amantani, eine natürliche Insel auf dem See. Dort angekommen wurden wir herzlichst von den Einheimischen begrüsst. Da sich die örtliche Verwaltung von Amantani gegen den Bau von Hotels entschlossen hatte (und das ist auch gut so), übernachtet man bei den Einwohnern in deren Häusern und wird auch von Ihnen versorgt. Unsere Gastfamilie war sehr nett und stellte uns ein recht einfaches, schönes Zimmer zur Verfügung. Alsbald wurde auch für uns gekocht: Quinua-Suppe. Am Nachmittag traf sich die Gruppe noch einmal und nach einem kleinen Exkurs zu natürlichem Shampoo, Textilien und Kleidung auf Amantani wanderten wir die letzten Meter zum höchsten Punkt der Insel. Oben sollte noch irgendwo ein GeoCache liegen, den ich loggen wollte. Dummerweise hat Amantani zwei Erhebungen. Wir nutzten die verbliebene Zeit, zur anderen zu laufen. Auf dem Weg trafen wir wieder einmal Steffen, der uns dann begleitete. Wir fanden den Cache recht schnell, obwohl die Sonne gerade unterging, und auch den Rückweg durch die Dunkelheit. Es gab Abendessen und anschließend wurde zu einer Fiesta geladen. Alle wurden in traditionelle Kleidung (siehe Foto) gesteckt und es wurde zu lokalen Musiken getanzt.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen besichtigten wir, nach einer weiteren Stunde Bootsfahrt, noch die Nachbarinsel Taquile. Auch hier bekamen wir wieder einen Exkurs zu den örtlichen Gegebenheiten. Interessant ist hier das traditionelle Werben der Männer um die Frauen: Hier wird nicht etwa gefragt. Nein, hier wirft der Mann mit kleinen Steinen nach der Frau!

Nach weiteren drei Stunden Bootsfahrt kamen wir dann wieder in Puno an. Das Wetter macht hier inzwischen einige Kapriolen: Mal knallt einem die Sonne brutal auf den Kopf (ja, auch die Kopfhaut kann man sich verbrennen!), mal ziehen riesige Wolken über einen hinweg und manchmal folgt auf den Sonnenschein auch nur eine Portion Hagel …

Wir sind inzwischen in La Paz (Bolivien), aber dazu später mehr.

Ciao, Matthias

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