Nun ist es geschafft – Angekommen in Punta Arenas !

Hola,

es hat doch ein ganzes Weilchen gedauert, aber nun bin ich doch gut in Punta Arenas angekommen. Aber nun, da jegliche Spannung ueber den Ausgang dieser „Episode“ genommen ist, kann ich zu den Details kommen.

Fast eine Woche ist es her, da hab ich Dresden am 13.03. vorerst den Rücken gekehrt, um mal ganz woanders neue Erfahrungen zu sammeln. Und alleine der Weg hierher bot einiges für Erfahrungssammler.

Die erste schmerzliche Erfahrung war natürlich, sich von den Liebsten zu verabschieden. Aber das berüchtigte weinende Auge wurde dann vom dreist zwinkernden lachenden Auge zumindest etwas getröstet. Auch wurde mir jegliches Hadern noch am Flughafen in Berlin durch Ablenkung genommen: Die Security-Leute hatten meinen Rucksack mit zugegeben etwas viel technischem Equipment (jaja!) als Solchen enttarnt und ich wurde zu einer „erweiterten Kontrolle“ gebeten. Dies beinhaltete das penible Absaugen meiner Technik mit einem Chemikalien-Detektor. Nachdem ich die netten Menschen noch fragte, ob sie bei meinem Laptop noch bis in die Ecken absaugen könnten, hatten wir recht schnell was zu lachen und ich eine komplett gesäuberte Tastatur. 😉

Der Flüge über Madrid nach Lima waren sehr entspannt. Besonders habe ich die Abstinenz ständiger Sicherheitskontrollen genossen, obwohl ich doch durch meine Amerika-Flüge etwas abgehärtet bin. Einen positiven Seiteneffekt hat die Fliegerei mit der Iberia aber auf jeden Fall: Ab Berlin kann man (zum Teil ausschließlich) Spanisch sprechen. Und schnell ist die Verbindung natürlich auch.

In Lima war dann erstmal das große Schwitzen Programm. Obwohl ich erst nach 18:00 ankam und die Sonne bereits während des Fluges mit einem fantastischen Farbenschauspiel über dem Meer untergegangen war, war es doch noch so richtig eklig warm. Meine Deutschland-Kleidung hatte ihren entscheidenden Anteil an der Gesamtsituation. Allerdings muss ich noch von einem „Dejasenti“ berichten, wobei ich mangels ausreichender Französischkenntnisse nur hoffen kann, dass es ungefähr das ausdrückt, was es ausdrücken soll. Vor genau drei Jahren, als ich mit zwei Kommilitonen das erste mal Peru besuchte, wurde ich von einem ähnlich fauligen Geruch begrüßt, der uns mitteilen wollte: „Hier gärt was nicht mit rechten Dingen zu“ (an dieser Stelle liebe Grüße an Oli).

Die nächsten Tage waren dann eher von der faulen Art. So dies und das machen, essen, schlafen, Besorgungen machen. Eigentlich recht unspektakulär. Dabei konnte ich mich aber überzeugen, dass es tatsächlich auch Sonne in Lima gibt.

Am 16.03., also am Sonntag bin ich dann zur zweiten Etappe aufgebrochen. Mit dem Nachtbus ging es gen Tacna, die letzte Stadt vor der chilenischen Grenze im Süden Perus. Dann musste ich feststellen, dass auch in Peru die Preisschraube omnipräsent ist: Vor zwei Jahren habe ich für den Transport nach Chile weniger als die Hälfte bezahlt … und diesmal habe ich sogar den Preis der Einheimischen bezahlt …

Die Zeitumstellung nach Chile stiftete bei mir zunaechst etwas Verwirrung. Momentan ist diese Nord-Süd-Grenzüberquerung mit 2 Stunden Unterschied bedacht. Aber Ende März ist es dann wohl wieder nur eine Stunde, was dann de facto wieder 5 Stunden nach Deutschland impliziert. Ich hoffe ich konnte etwas Verwirrung weitergeben. 😉

Ach ja, in Chile fühl‘ ich mich geborgen! Alleine dass man sich das Taxi selber sucht und nicht brutal aufgedrängt bekommt und dann (prinzipiell!) erstmal nicht das Gefühl haben muss betrogen zu werden ist doch schön. Mit dem Taxifahrer hab ich dann viel Spaß gehabt. Wir haben gemeinsam eine Bleibe für mich in Arica gesucht und er (!) hat außerordentlich hartnäckig mit den Leuten verhandelt. Alsdann hatte ich ein kleines, sehr sauberes Zimmer.

Mein erster Weg war dann ins Zentrum von Arica. Dort wollte ich einen Freund überraschen, mit dem ich schon 2006 eine schöne Zeit dort hatte. Und Bernardo war auch da. Er hat spontan eher Schluss gemacht und wir sind im Pazifik Surfen gegangen. Eine Welle hat mich dabei überraschend gut angenommen und mit ordentlich Dampf an den Strand gespült. Ja, ich glaube das trifft es ganz gut. 😉

In der Nacht danach war dein ein gewisses Unwohlsein mein steter Begleiter. Erst hatte ich gedacht, dass der Hamburger am Abend der Auslöser war. Später hab ich dann mitbekommen, dass ich dem Wasser, welches ich immer zum Beruhigen des Magens genommen hatte, die Schuld geben musste. Ein fataler Teufelskreis! Nachdem das Wasser dann entlarvt war und das Übel aus der Welt geschafft war, ging es auch meinem Magen wieder besser.

Mit chilenischer Pünktlichkeit, also auf die Minute 11 Uhr, holte mich der Taxifahrer am nächsten Morgen ab. Zum Flughafen waren es dann noch ein paar Minuten. Da mein Handgepaeck sehr deutlich ueber dem Limit war, hatte ich etwas Bedenken, dass die Airline was sagt, aber auf Regionalflughaefen nehmen die das ja nicht so genau.

Und dann ging das „Gehoppse“ los. Mit zwei Zwischenlandungen in Iquique und Antofagasta dauerte der Flug nach Santiago de Chile gut vier Stunden. Waehrend des letzten Abschnitts servierten Sie dann noch richtig leckeres Essen und einen guten chilenischen Tropfen.

In Santiago sollte ich dann 14 Stunden Aufenthalt haben. Nach kurzen Kalkulationen entschied ich mich gegen die Fahrt in die Stadt und fuer meinen Geldbeutel und blieb mit anderen Tapferen die ganze Nacht auf dem Flughafen. Gegen 1 Uhr entdeckte ich den kostenlosen WLAN-Hotspot und konnte spaeter sogar nochmal nach Hause telefonieren.

Zum CheckIn am fruehen Morgen wurde mein viel zu schweres Handgepaeck dann doch auffaellig und ich musste einen Teil davon einchecken. Die schweren und wichtigen Sachen konnte ich in den zahlreichen Taschen an meinem Koerper unterbringen, sodass ich dann nach etwas Verhandeln „nur“ 12500$ (chil. Peso, also etwa 17 Euro) fuer fuenf Kilo extra bezahlen musste. Allerdings war von da an unklar, ob das zusaetzliche Gepaeckstueck ueberhaupt einen Sticker bekommen hatte, denn der Coupon zum „Checkout“ fehlte dann noch. Erst nach dem Flug mit Zwischenstop in Puerto Montt war dann klar, dass alles da war. Vom Flughafen in Punta Arenas waren es noch ein paar Taximinuten und dann war ich endlich am Ziel und wurde ganz herzlich von Sebastian und Marisol empfangen.

Mal schauen, was die naechsten Tage so bringen …

Liebe Gruesse, Matthias

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1 Response

  1. Mama sagt:

    Lieber Matthias,
    es bereitet mir viel Spaß, deinen Bericht zu lesen. Ich freue mich auf mehr.
    Liebe Grüße
    und toi,toi,toi im schönen Chile

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