Weihnachten in Familie

Anders als der Titel vermuten läßt, habe ich Weihnachten dieses Mal nicht mit meiner Familie verbracht. Vielmehr wurde ich von neu gewonnen Freunden eingeladen, Weihnachten in deren Familie, genauer im Hause derer Großmutter zu verbringen. Dabei sollte es recht traditionell zugehen: viel Essen, viel Trinken, viel Spaß und totale Entspannung. Und so kam es dann auch.

Insbesondere auf die ersten beiden Aktivitäten wurde besonders wert gelegt. In Ostafrika wird zu festlichen Anlässen eine Ziege geschlachtet. Das ist Männerarbeit und für einen Schlachtneuling wie mich doch schon einen herbe Angelegenheit. Es gibt ein Video auf Anfrage, welches ich für den Schlachtmeister als Souvenir und für blutrünstige Leser gemacht habe. Aber alles wird auch etwas erträglicher, wenn man sich Punkt zwei der Aktivitäten widmet. Die Stiege Dosenbier wird aus der Kühlbox geholt und dann mit allerlei hochprozentigem angereichert. Oder man widmet sich dem Taita-Bier getauften Gesöff. Eine in einem Wasserkanister 5 Tage vergorene Maismaische. Fruchtig lecker wie ein Alkopop, aber unberechenbar. Das zumindest dämmerte mir dann nach einigen Gläsern. Aber dann war es auch wieder egal. Wieso vieles im afrikanischen Leben, passiert das Kochen und Essen geschlechtergetrennt. So kümmern sich die Männer darum, dass die Ziegenteile zeitnah auf den Grill kommen. Bemerkenswert dabei ist, dass die Hoden als erstes auf dem Grill landen. Quasi ein Ritual und es riecht die ganze Zeit leicht nach verbrannten Haaren :-). Weiter Männerarbeit ist das Blutrühren und das Zubereiten der Innereien aus denen dann eine leckere Innereien-Blutsuppe gemacht wird. Eigentlich sogar überaschend lecker, muss ich sagen, nachdem ich meiner Regel treu geblieben bin und alles koste, was mir angeboten wird. Die Frauen kochen dazu Chiappati – ein bisschen wie Blätterteig-Pfannkuchen, Ugali – eine Art Brei aus Maismehl, Reis, Kartoffeln und allerlei sonstige Gemüse und Beilagen. Auch gesessen und gegessen wird getrennt. Erst auf Einladung der Männer oder wenn sich die Männer nach ausreichendem Alkoholkonsum nicht mehr wehren, gesellen sich dann die Frauen zur Runde. So klingt der Abend aus bevor alle nach Hause fahren(!).

Der erste Feiertag verläuft dann im Prinzip nochmal genau so. Trinken, Essen, Entspannen. Und das beste dabei: kein Internet, kein Telefon und dabei mitten im Nirgendwo :-)

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